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Reinhard Barth
Frauen die Geschichte machten
Von Hatschepsut bis Indira Gandhi

2004, 255 S. mit 26 s/w-Abb., gebunden


ISBN 978-3-89678-241-0
3-89678-241-X
       EUR 14,90 [D] / sFr 42,30
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Hartnäckig hält sich das Klischee, dass es vor allem Männer waren, die als geschichtsmächtige 'dramatis personae' die Geschichte beinflussten. Nun waren allzu lange eben auch vor allem Männer als Geschichtsschreiber am Werk und haben ein entsprechend männerzentriertes Geschichtsbild herbei geschrieben. Das hat in letzter Zeit zunehmend Retuschen erfahren, und so ist es das Anliegen dieses Buches, eine Galerie der 'femmes fortes', der starken Frauen, zu eröffnen.
26 Frauen, allesamt spannende Figuren und Persönlichkeiten, die historische Spuren hinterlassen haben, werden darin in biographischen Porträts vorgestellt. Dabei geht es weniger um ein 'cherchez la femme' im Sinn einer Schlüssellochperspektive, als vielmehr um die Würdigung politisch gestaltender Frauen vom Altertum bis in das 20. Jahrhundert, ohne freilich einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu können.

In 26 biographischen Porträts von Hatschepsut bis Indira Gandhi präsentiert dieses Buch eine erstaunliche Galerie der starken Frauen, die in ganz unterschiedlicher Art und Weise Geschichte und Ereignisse ihrer Zeit geprägt haben.


Stuttgarter Zeitung, 30.4.2004:
"... Die Porträts sind kenntnisreich, gut geschrieben und zu jeder besprochenen Frau findet sich eine ausführliche bibliografische Angabe. Tatsächlich hat man nach der Lektüre Lust, mehr über die ein oder andere Frau zu erfahren ..."






Zum Autor:
Reinhard Barth, Dr., geb. 1943, studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie. Zahlreiche Beiträge für die Zeitschrift DAMALS sowie zu verschiedenen Lexikonprojekten. Letzte Veröffentlichungen als Autor: Taschenlexikon Kreuzzüge (1999), Taschenlexikon Karl der Große (2000), Taschenlexikon Päpste (zusammen mit Friedemann Bedürftig, 2000), Taschenlexikon Wikinger (2002), alle in der Serie Piper.
Einleitung

Hatschepsut (um 1518-1468 v. Chr.) - Weiblicher Horus aus feinem Gold

Kleopatra (69-30 v. Chr.) - Die ägyptische Traumfrau

Messalina (um 25-48) und Agrippina d. J. (15-59) - Die römischen Luder

Galla Placidia (389-450) - Die umgetriebene Kaisertochter

Chrodechilde (um 478-544) - Die erste Königin des Frankenreichs

Theodora (um 500-548) - Vom Zirkuskind zur Kaiserin

Theophanu (um 955-991) - Die kluge Byzantinerin

Eleonore von Aquitanien (um 1122-1204) - Idol der Troubadoure

Margarete Maultasch (1318-1369) - Opfer perfider Propaganda

Jeanne d'Arc (1412-1431) - "Habt keine Angst"

Margarete von Österreich (1480-1530) - "Ich lege Euch vor allem den Frieden ans Herz"

Katharina de Medici (1519-1589) - Die ewige Unterhändlerin

Elisabeth I. von England (1533-1603) - Weltgeschichtliche Wende

Elisabeth Stuart (1596-1662) - Die Königin der Herzen

Maria Theresia (1717-1780) - Die erste Mutter ihrer Länder

Marquise de Pompadour (1721-1764) - Virtuosin der Lust und der List

Katharina die Große (1729-1796) - Die aufgeklärte Despotin

Marie Antoinette (1755-1793) - Königin auf dem Schafott

Lola Montez (1818?-1861) - Die bayerische Pompadour

Viktoria von Großbritannien (1819-1901) - Europas Großmutter

Bertha von Suttner (1843-1914) - "Die Waffen nieder!"

Emmeline Pankhurst (1858-1928) - Votes for Women!

Rosa Luxemburg (1870 oder 1871-1919) - Die Freiheit des anders Denkenden

Golda Meir (1898-1978) - Der einzige Mann in der Regierung

Indira Gandhi (1917-1984) - Die Söhne mehr geliebt als das Land?


Literatur
Katharina von Medici - die ewige Unterhändlerin

... Die Hugenottenkriege gingen weiter, und damit für Katharina die Verhandlungen. Sie nahm Reisen auf sich, war monatelang unterwegs im Land. Die Grenzen überschritt sie dabei gar nicht, es ging immer nur darum, Frankreichs störrische Fürsten zu irgend etwas zu bewegen und sie dafür vor Ort aufzusuchen. Man stelle sich die diplomatischen Aktionen des 16. Jahrhunderts nicht nach der Art unserer heutigen Politiker-Blitzbesuche vor. Ein Riesentross begleitete den Herrscher oder seinen Beauftragten, "die Stadt auf Reisen", wie die Zeitgenossen sagten. Die Kavalkade bewegte sich schwerfällig, und war sie endlich am Ziel, konnte es Wochen oder Monate dauern, ehe sich die treffen konnten, die miteinander sprechen wollten. Die schlimmste Erfahrung in dieser Hinsicht machte Katharina 1578/79 auf einer Goodwill-Tour in den Süden, auf der sie Heinrich von Navarra treffen und mit ihm ein Friedensabkommen vereinbaren wollte und die dank der Hinhaltetaktik ihres Schwiegersohnes 16 Monate dauern sollte. Katharina, inzwischen fast sechzigjährig, von Krankheiten geplagt, zunehmend korpulent und kaum noch imstande, größere Wege zu Fuß zu machen, blieb dennoch mit zähem Willen bei der Sache. Nichts entging ihr am Verhandlungstisch, alle Beobachtungen und Ergebnisse legte sie schriftlich nieder, Depesche auf Depesche jagte sie nach Paris, wo ihr Sohn, der zu dieser und ähnlichen Unternehmungen keine Lust und Fähigkeit verspürt hatte, sie wahrscheinlich gar nicht las, sondern sich lieber mit seinen "mignons" vergnügte.
Nach den Maßstäben ihrer Zeit war sie längst eine alte Frau, aber das focht Katharina nicht an. Noch bis ins Jahr 1586 zog sie als Unterhändlerin und Vermittlerin herum und holte für ihren unfähigen Sohn die Kastanien aus dem Feuer. Sie erledigte ein ungeheures Arbeitspensum; das beweist allein schon ihre Korrespondenz, die 6000 eigenhändige oder diktierte Stücke zählt.
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