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Anton Holzer
Das Lächeln der Henker
Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918

2008, 244 S. mit ca. 114 s/w-Abb. und 2 farbigen Karten, gebunden mit Schutzumschlag
Format 22,0 x 29,0 cm


ISBN 978-3-89678-375-2
       EUR 39,90 [D] / sFr 67,00
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„Ach, dieses Lächeln im Krieg war erschütternder als das Weinen!"

Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit

 

 

Tausende unschuldiger Zivilisten wurden während des Ersten Weltkriegs im Osten und Südosten Europas als angebliche Spione am Galgen hingerichtet. Anhand bisher unveröffentlichter Fotodokumente erzählt der Fotohistoriker Anton Holzer die jahrzehntelang verschwiegene Geschichte eines mit aller Brutalität geführten Krieges gegen die Bevölkerung.

Die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung war im Ersten Weltkrieg keineswegs nur auf die Exzesse Einzelner zurückzuführen. Die Übergriffe waren systematisch geplant und offiziell angeordnet. Sie waren Teil der Kriegsführung. Seit dem Ersten Weltkrieg, das dokumentiert dieser Band auf eindrückliche Weise, gehört der Krieg gegen Zivilisten zum Instrumentarium eines jeden modernen Krieges.

Anton Holzer hat in jahrelangen Forschungen Fotodokumente zusammengetragen und analysiert, die von diesem brutalen Feldzug gegen die Zivilbevölkerung berichten. Viele der Hinrichtungen sind in Fotografien festgehalten. Aufgenommen wurden die Bilder von Soldaten und Offizieren, die als Schaulustige und Voyeure Zeugen der Gewalttaten waren. Immer wieder stoßen wir auf ein und dieselbe Szene: Henker und Schaulustige umringen den Getöteten und lächeln triumphierend in die Kamera. Warum, so fragt der Autor, wurde an den Schauplätzen der Gewalt so häufig fotografiert? Ausgehend von Fotos aus dem Ersten Weltkrieg und weiteren Beispielen aus der Geschichte des Krieges beschäftigt er sich mit der Faszination der Gewalt in Bildern. Unweigerlich endet diese Rekonstruktion bei den Fotos aus Abu Graibh.





Zum Autor:
Anton Holzer, geb. 1964, Dr. phil., ist Herausgeber der Zeitschrift »Fotogeschichte«, Fotohistoriker, Publizist und Ausstellungskurator. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Fotografie- und Kulturgeschichte.

 


"Wie schon in seiner Arbeit über die offizielle Hagiografie der Frontkämpfe (Die andere Front) schließt (Anton Holzer) auch diesmal so vorsichtig wie letztlich überzeugend von vielen Einzelfällen, Augenzeugenberichten, Dokumenten auf das größere Ganze. Das betriftt zunächst den Ersten Weltkrieg, doch der Fotohistoriker eröffnet darauf die Perspektive auf die 90 Jahre seither. Ohne in leichtfertiges Gleichsetzen zu verfallen, weist er doch auf die deutliche Spur, die von der offiziellen Sanktionierung von Brutalität gegen die eigene und erst recht die "feindliche" Bevölkerung zu den perversen Taktiken noch modernerer Feldzüge führt ... Bei der Interpretation des mit Mühe Betrachteten und kaum Erträglichen bleibt Holzer vorsichtig - was sein Buch nur umso lesenswerter macht ..."
Der Standard

"Was der Wiener Fotohistoriker Anton Holzer aus lange unzugänglichen Archiven Mitteleuropas an Bilddokumenten zu Tage gefördert hat, raubt uns jegliche Illusion über den Ersten Weltkrieg, die wir noch hatten, insbesondere jegliche Illusion über die k. u. k. Armee. (...) Schon zu Beginn der Kämpfe, im Sommer 1914, war es in Serbien zu Massakern gekommen. Und es sind beileibe keine Exzesse enthemmter Soldaten gewesen, deren Dokumentation Holzer erstellt, sondern getreulich ausgeführte Befehle."
Die Welt

"Das Bild, das der Fotohistoriker Anton Holzer von den österreichischen Truppen zeichnet, stört fast hundert Jahre danach die Ruhe über den Gräbern. Holzer hat in jahrelangen Recherchen dutzende von Fotodokumenten zusammen getragen, die den systematischen Mord an zigtausenden von Zivilisten durch die österreichische Armee belegen. (...) Holzer hat den vielen Namenlosen, die in der letzten Stunde ihres Lebens auch noch als Fotomotiv missbraucht wurden, eine Ruhestätte zwischen zwei Buchdeckeln gegeben."
taz

"...Ein Bild sagt bekanntermaßen mehr als tausend Worte. Dieses Sprichwort wird durch das vorgelegte Werk des Fotothistorikers Anton Holzer mit neuer Gültigkeit versehen (...) Holzer versteht es, durch seine Bildauswahl zu zeigen, inwieweit blanke Gewalt gegen Frauen, Kinder und Alte ein bewusst genutztes Instrument der Kriegsführung wurde, das alles andere als isoliert vom Rest des Geschehens lag..."
H-Soz-u-Kult

"...Anton Holzer ist ein international renommierter Kenner der Fotogeschichte des Ersten Weltkrieges. Seine Arbeiten, etwa "Die andere Front. Fotografie und Propaganda im Ersten Weltkrieg" (2007) sind Vorreiter einer kritischen Geschichte der Kriegsfotografie. Holzers neues Buch verfolgt diese Spur produktiv weiter, und der Leser wird in den einzelnen Abschnitten dieses Werkes, die allerdings nur lose miteinander verbunden sind, viel Neues, Aufschlussreiches und Weiterführendes entdecken..."
Süddeutsche Zeitung

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