Rainer Decker

Die Päpste und die Hexen

Aus den geheimen Akten der Inquisition


2003, 184 Seiten mit 20 s/w-Abb., gebunden
ISBN 978-3-89678-235-9

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Seit dem Jahr 1998 haben Wissenschaftler Zugang zum Archiv des Heiligen Offiziums. Die fast vollständig erhaltenen Protokolle der Sitzungen der obersten Inquisitionsbehörde, die sogenannten Decreta, geben dabei wichtige Einblicke in die Rolle, die die Päpste bei den Hexenprozessen spielten: Denn bei Zweifelsfragen oder in wichtigen Fällen ließen sich Papst und Kardinäle die Prozessakten schicken und bestimmten dann das weitere Verfahren, bis hin zu den Strafen. Rainer Decker zeigt, dass nicht die Päpste die radikalen Hexenverfolger waren, sondern andere Institutionen als Scharfmacher fungierten: lokale geistliche und vor allem weltliche Richter, ganz abgesehen von der Masse der Bevölkerung, die Sündenböcke suchte. Der Nachweis wird anhand zahlreicher konkreter Fallbeispiele aus mehreren Jahrhunderten und aus ganz Europa geführt. Auf diese Weise werden grundlegende Einblicke in Entscheidungsfindung, Wandel und Beharren im Denken der römischen Glaubenswächter möglich. Erste wichtige Ergebnisse liegen vor und tragen bei zum Abbau alter Klischeevorstellungen über 'die' Inquisition und ermöglichen ein differenzierteres Bild einer prägenden Institution des neuzeitlichen Europa.

Welche Rolle spielten die Päpste in den zahlreichen Hexenprozessen, die über viele Jahrhunderte fast überall in Europa stattfanden? Rainer Decker hatte als einer der ersten Gelegenheit, das 'Archiv der Glaubenskongregation' im Vatikan einzusehen und präsentiert hier - quellennah und anhand vieler Fallbeispiele spannend erzählt - neue Erkenntnisse zu diesem dunklen Kapitel der europäischen Geschichte.




Zum Autor:
Rainer Decker, Dr. phil., geb. 1949, ist Fachleiter für Geschichte am Staatlichen Studienseminar in Paderborn. Seit über 25 Jahren erforscht er die Hexenprozesse in Deutschland und Italien.
Heidnische Magie

Der Beginn der Inquisition im Mittelalter

Die Entstehung des Hexensabbats

Der Hexenhammer

Inquisition und Venedig im Streit

Der Hexensabbat in der gelehrten Diskussion

Die Inquisition der Neuzeit

Die Wende in Rom

Die Hexenprozessinstruktion

Der Kampf gegen die Nekromanten

Die Verfolgung in Graubünden 1654/55

Teuflische Besessenheit in Paderborn

Die letzten Fälle: Liebeszauber, Schatzsuche, Hostienfrevel

"...eine gut lesbare und vor allem unanfechtbar seriöse Darstellung von einem ausgewiesenen Sachkenner...
...eine überzeugende Gesamtdarstellung, obwohl es nicht einfach war, den uneinheitlichen Stoff zu einer solchen zusammenzufügen...
...Es gehört zu den verblüffendesten Erkenntnissen aus diesem Buch, wie wenig die römischen Instanzen einerseits, die mitteleuropäischen Hexenverfolger andererseits sich auch zur Zeit des größten Hexenwahns des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts in Theorie und Praxis zur Kenntnis genommen haben..."
FAZ

"...Deckers Buch dient in jeder Hinsicht begrifflicher Klarheit: es zeigt, was zu welcher Zeit und wo als Hexerei begriffen wurde; was als Magie, als Ketzerei, als Häresie...
...ein gelungenes Buch, von dessen Art man sich mehr wünscht..."
Die Tagespost

"...Rainer Decker ist ein gut lesbares und dank der eingewobenen Fallbeispiele auch anschauliches Buch gelungen, das einen wertvollen Einblick in eine an Widersprüchen nicht arme Epoche vermittelt. Aufklärung, nicht Enthüllung ist sein Anliegen, und dem wird es gerecht..."
www.sehepunkte.historicum.net

"...Eine historisch brillante Arbeit und dabei doch leicht verständlich geschrieben; ein Standardwerk..."
Buchprofile

"...Der Autor trägt aus gedruckten und ungedruckten Quellen interessante Fallbeispiele zusammen, die er als ausgewiesener Kenner des frühneuzeitlichen Hexenwesens interpretiert. Was dabei herauskam, ist eine Schrift, die aufgrund ihrer Fragestellungen und der Solidität der erarbeiteten Antworten verläßlich belehrt. Was den schmalen Band überdies auszeichnet, ist nicht zuletzt seine Gegenstandsnähe sowie die sachbezogene, unaufgeregte Argumentation des Verfassers, der nichts vermutet und behauptet, was er nicht durch beweiskräftige Quellen belegen oder als historisch wahrscheinlich erhärten kann. Die Geschichtswissenschaft rechnet Hexenwesen und Hexenverfolgung noch immer zu den bedeutendsten sozialgeschichtlichen Phänomenen der frühen Neuzeit. Deren Erforschung hat der Verfasser zweifellos durch einen tragfähigen Baustein bereichert..."
Stimmen der Zeit

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