Von Stockfisch, Wein und Hungersnöten

Ernst Schubert

Essen und Trinken im Mittelalter




Sonderausgabe 2010 (2., unveränd. Aufl.), 440 S. mit 27 s/w-Abb., Register, gebunden mit Schutzumschlag
Format 16,5 x 24,0 cm
ISBN 978-3-89678-702-6

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Essen und Trinken im Mittelalter – hier geht es um ein grundlegendes Thema der Menschheit, grundlegend jedenfalls für Zeiten, die Nahrungsmittel nicht im Überfluss kannten, meist sogar Mangel litten. Ernst Schubert macht aus einem kulinarischen Thema eine umfassende Kultur- und Mentalitätsgeschichte des Mittelalters. Er berichtet vom Fleisch und vom Metzger, vom Bier und vom Wein, vom Hering und vom Stockfisch, vom höfischen Festmahl ebenso wie von den kargen Speisen des gemeinen Mannes und der Hungersnot.

Höchst anschaulich und immer nah an den Quellen räumt Ernst Schubert auch mit vielen Vorurteilen der Ritterromantik und der Turnierspektakel auf. Konkret und wirklichkeitsnah beschreibt er auch die Derbheit des täglichen Lebens. Durch die weite Perspeltive wird nahezu der ganze mittelalterliche Kosmos des Alltagslebens lebendig.





Zum Autor:

Ernst Schubert, 1941-2006, war Professor für niedersächsische Landesgeschichte und Direktor des Instituts für historische Landesforschung an der Universität Göttingen.


Inhalt

 

Einführung: Ernährungsgeschichte als Zugang zur Gesellschaftsgeschichte?
Erster Teil: Das Essen
1. ‘Wenn der heiße Hunger durch das Land fährt’: Not und Angst als Hintergründe des mittelalterlichen Alltags
2. Das Salz
3. Getreide, Brei und Brot
4. Die Tiere, das Fleisch und der Metzger
5. Ein Dank an das Huhn
6. Das eiweißhaltige Grundnahrungsmittel: der Fisch
7. Neue Volksnahrungsmittel des Spätmittelalters: Hering und Stockfisch
8. Vitaminarmut der mittelalterlichen Küche? Obst und Gemüse
9. Kulturkontakte und Kulturaustausch in der Geschichte der Küchenkräuter und Gewürze
Zweiter Teil: Das Trinken
Einleitung: Was kann man im Mittelalter überhaupt trinken?
1. Der Wein
2. Natur und Kunst: Sie haben sich im Bier gefunden
3. Von gebrannten Wässern zum Schnaps, vom spätmittelalterlichen Heilmittel zum neuzeitlichen Genussmittel
Dritter Teil: Essen und Trinken in den Lebensordnungen
Einleitung: Lebensordnungen als Rahmenbedingungen des individuellen Lebens
1. Individuum und Gemeinschaft
2. Individuelles und gemeinschaftliches Speisen: die Geschichte des Essgeschirrs und Essbestecks
3. Essen und Trinken als Ausdruck von Rechtsordnungen
4. Das Gastmahl als Gemeinschaftsversicherung
5. Essen und Trinken im höfischen Fest des hohen Mittelalters und die normstiftenden Folgen
6. Die trockenen Hintergründe des deutschen Durstes und die Folgen der um 1500 aufkommenden Sitte des Zutrinkens
7. Die Schrift und ihre Einwirkung auf das Essen und Trinken
Zusammenfassung
Anmerkungen
Quellen- und Literaturverzeichnis
Register
Abbildungsnachweis

Durst, so bereits Tacitus, können die Germanen nicht ertragen. Dem entsprach ein geflügeltes Wort im Mittelalter: ‘Germanis bibere est vivere.’ Im Jahre 1782 schrieb der Bibliothekar Johann Wilhelm Petersen ‹Die Geschichte der deutschen Nationalneigung zum Trunke›. Wenn wir den Bogen von Johann Wilhelm Petersen zurück zu Tacitus spannen, scheint es an Kontinuitäten und an der deutschen ‘Nationalneigung’ keinen Zweifel zu geben: ‘Die Deutschen können alle Plagen, aber keinen Durst ertragen.’ Es könnte amüsant werden, wenn die Geschichte des deutschen Durstes behandelt wird. Wir werden sehen.

Für das Frühmittelalter hat Reinhold Kaiser die schlimmen Folgen des Alkoholgenusses nachgewiesen, ein überzeitliches und interkulturelles Problem, das natürlich auch in den folgenden Epochen seine Wirksamkeit hätte entfalten müssen. Und tatsächlich gehört zu den anthropologischen Konstanten das Kotzen nach übermäßigem Saufgenuss oder, wie es bis in die frühe Neuzeit hinein hieß, nach dem ‘Beweinen’. ‘St. Ulrich anrufen’ kann dies in Bayern heißen. Einen entsprechenden Fluch, St. Urbans Plage, konnte man seinem Widersacher in den Hals schieben. Zunftstatuten kennen die Bestimmung, dass Strafe zu zahlen habe, wer sich beim gemeinsamen Trinken übergibt (‘weddergeve’). Und auch der Zusammenhang von Alkohol und Renommierbedürfnis dürfte eine anthropologische Konstante sein. ‘Beim Bier gibt’s viel tapfer Leut’. An der Theke und beim Bier werden die eigentlichen Heldentaten erzählt. Berthold von Regensburg brachte es auf den Punkt: ‘Der win der machet einen, daz er ret von tusent marken, der einen pfennic niht enhat.’ Und auch das wusste man: Der Alkohol löst die Zunge, ‘Trunkener Mund verrät des Herzens Grund’.

Im Gegensatz zu Reinhold Kaiser ist mein Standpunkt in der Bewertung des Alkoholgenusses bei weitem nicht so eindeutig – und das hat nicht nur damit zu tun, dass ich gerne an der Theke sitze. Vielmehr geht es um nüchterne Feststellungen, dass das Trinken eine gemeinschaftsstiftende Rolle besitzen kann, die nichts mit der angeblichen deutschen ‘Nationalneigung zum Trunke’ zu tun hat, und dass erst mit der frühen Neuzeit eine spezifisch deutsche höfische Saufkultur belegbar ist.

(aus: Die trockenen Hintergründe des deutschen Durstes und die Folgen der um 1500 aufkommenden Sitte des Zutrinkens

"Schubert gelingt der Spagat geradezu perfekt, einerseits ein Werk vorzulegen, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, das aber andererseits nicht nur allgemein verständlich, sondern auch noch ausgesprochen lebendig geschrieben ist. Hier reichen sich Kompetenz und Anschaulichkeit die Hand. Und ob Wissenschaftler oder Laie - wer auch immer sich in Zukunft mit dem behandelten Thema befassen möchte, wird an diesem Buch nicht vorbeigehen können."
Pax et Gaudium

"Allein schon als Korrektiv gegen gängige, uns oftmals aufgetischte Vorurteile - aber nicht nur deshalb - ist die Lektüre überaus empfehlenswert..."
NZZ am Sonntag

"Besonders faszinierend ist das Buch jedoch in den Bereichen, in denen Schubert die Geschichte einzelner prominenter Nahrungsmittel nachzeichnet (...) ein ebenso interessantes wie unterhaltsames Buch..."
Süddeutsche Zeitung

"Alltagsgeschichte des Mittelalters - das war die Forschungsdomäne des Göttinger Mediävisten Ernst Schubert. Jetzt ist posthum sein großes Werk "Essen und Trinken im Mittelalter" erschienen, und niemand, der sich mit diesem Thema in der Zukunft beschäftigen möchte, wird an diesem Buch vorbeigehen können...
...sein anschaulich geschriebenes Buch ist jedem zu empfehlen, der sich ein ungeschminktes und detailliert ausgearbeitetes Bild von den mittelalterlichen Lebensbedingungen machen möchte..."
Damals

"Die Zusammenfasssung dieses hochinformativen, methodisch anregenden und obendrein mit Witz geschriebenen Buches ist ein energisches Plädoyer für eine methodenbewusste Alltagsgeschichte, die zu einem vertieften Verständnis des sozialen Ganzen in vormoderner Zeit führt. Durch Ernst Schuberts überraschenden Tod wird dieses Buch - vielleicht unbeabsichtigt - gleichsam zum Vermächtnis eines beeindruckenden Historikers und großartig kurzweiligen Geschichtsschreibers. Seine schon oft und auch hier wieder bewiesene Meisterschaft in der inhaltlichen Zuspitzung und manchmal auch in der sprachlichen Überspitzung bildete einen eigenen Stil aus. Seine methodische Versiertheit und seine stupende Kenntnis der mittelalterlichen Quellen bleiben als Ausrufezeichen an die Geschichtswissenschaft bestehen..."
Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

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