Kennen Sie die Geschichte hinter dem Song?

Günther Fischer, Manfred Prescher

Alles klar auf der Andrea Doria

Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte


Neuausgabe 2013, 240 S. u. Reg., Flexcover
Format 14,5 x 22,0 cm
ISBN 978-3-86312-048-1

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Es gibt Songzeilen, die einem nicht aus dem Kopf gehen, die Zeiten und Moden überdauern, doch kennen Sie die Geschichte dahinter?
Rund 200 unvergessliche Songzeilen haben Günther Fischer und Manfred Prescher zusammengetragen und bieten dazu Anekdoten, Skandale und Klatsch sowie Background-Wissen rund um die Songs. Klassiker der jüngeren Musikgeschichte wie »Wonderwall« von Oasis oder Michael Jacksons »Billy Jean« finden sich hier ebenso wie unbekanntere Stücke. Die ältesten Songs – etwa »White Christmas« von Bing Crosby – stammen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Dazu kommen Hits, die noch frisch und vertraut in den Ohren klingen – wie Adeles »Rolling in the Deep« oder Lana Del Reys »Video Games«.
Egal ob Rock, Pop, Blues, Rap oder Country – zu jeder Songzeile erzählt das Buch die oft überraschende Geschichte dahinter: Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass ABBA ihren Hit »Dancing Queen« dem schwedischen Königspaar zur Hochzeit widmete und im Song darauf anspielen, dass Silvia sich ›ihren‹ König in einer Disko geangelt hatte?

 

- Ein unterhaltsamer Streifzug durch die Pop-Geschichte
- Für Kenner und solche, die es werden wollen
- Spannende Anekdoten und Stories über Stars und ihre großen Songs





Zu den Autoren:
Günther Fischer, Jg. 1960 studierte Literaturwissenschaft, war lange Jahre Kulturchef der Zeitschrift »Bunte«, arbeitete als Kultur-, Literatur- und Musikkritiker für verschiedene Tageszeitungen und Magazine und veröffentlichte CD-Compilations.

Manfred Prescher, Jg. 1961, war Moderator und Musikredakteur eines Radiosenders und Chefredakteur des Münchner Stadtmagazins. Heute arbeitet er als Redaktionsleiter einer PR-Agentur und als freier Kolumnist.

„There are nine million bicycles in Beijing, that’s a fact“

aus: „Nine Million Bicycles“ von Katie Melua

 

Tiflis/Georgien, Moskau/Russland, Belfast/Nordirland und Redhill/England: Das sind die Kindheitskoordinaten von Katie Melua, die erst 2005 die britische Staatsbürgerschaft annimmt, daneben aber die georgische behält. Ihre multikulturelle Herkunft hat sicher großen Anteil daran, dass es bereits auf ihrem ersten Album „Call Of The Search“ (2004 in Deutschland erschienen) von musikalischen Einflüssen nur so wimmelt: Jazz, Blues, Folk und eine Prise Rock bilden in den Songs eine herrlich faszinierende musikalische Melange.

„Nine Million Bicycles“ findet sich auf Meluas zweiter CD „Piece By Piece“. Ihr Entdecker, Manager und Produzent Mike Batt, früher selbst erfolgreicher Musiker und Komponist der Titelmelodie von „Wetten dass …?“, schrieb das Lied nach einem gemeinsamen Besuch in Peking. Der Anlass: Melua schätzte beim Herumlaufen in der chinesischen Stadt, dass es mehr als neun Millionen Fahrräder in Peking geben müsse.

Es ist nur eine kleine Bemerkung – aber Mike Batt macht daraus ein wundervolles Lied. Auch weil er und Melua im Text gekonnt mit großen Gegensätzen spielen: Von den profanen Fahrrädern spannt sich der Bogen bis zur ewigen Liebe („I will love you till I die“), von der Weltbevölkerung bis zu dem einen, dem die ganze Liebe gehört („There are six billion people in the world / More or less / And it makes me feel quite small / But you’re the one I love the most of all“). Mit der zweiten Strophe des Songs, in der sie mit ihrer so unschuldig klingenden Kleinmädchenstimme „We are twelve billion light years from the edge / That’s a guess / No one can ever say it’s true ...“ singt, handelt sie sich aber öffentlichen Ärger ein.

Der studierte Physiker, Bestsellerautor und renommierte britische Wissenschaftsjournalist Simon Singh wirft ihr kurz nach der Veröffentlichung der Single in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ völlige Unkenntnis der Materie vor: „Wenn sie singt, dass das Ende des Universum zwölf Milliarden Lichtjahre entfernt und dass das noch dazu nur eine Schätzung sei, dann ignoriert sie schlicht den Fortschritt, den die Astronomie in den letzten hundert Jahren gemacht hat“, schimpft Singh. „Das impliziert doch auch, dass das Universum nur zwölf Milliarden Jahre alt ist.“

Singh wütet weiter: „Sie mag ja poetische und melodische Gründe gehabt haben, es so zu formulieren. Aber die Arbeit von Tausenden Astronomen, die sich bemühen, unser Universum korrekt zu vermessen, einfach außer Acht zu lassen, ärgert mich schon sehr. Zumal ziemlich präzise Daten vorliegen, die auf 13,7 Milliarden Lichtjahre schließen lassen.“

Die Lösung des Konflikts wird dafür sehr britisch gehandhabt: Singh und Melua treffen sich, er erklärt ihr die Materie und schlägt ihr neue Verse vor, die sie augenzwinkernd und ironisch aufnimmt: „We are 13,7 billion light-years from the edge of the observable universe, that’s a good estimate with well-defined error bars / And with the available information, I predict that I will always be with you.“

Dem Erfolg der Single hat der vermeintliche Fehler nicht geschadet: Sie stieg bis auf Platz fünf der britischen Charts – Katie Meluas erster Top-Five-Erfolg überhaupt. Schon ihre erste CD hat sich weltweit 1,8 Millionen Mal verkauft und in Großbritannien sechs Mal Platin abgeräumt. Auch wenn Musikmonolithen wie die Beatles und die Rolling Stones nicht so schnell zu übertreffen sein werden, so setzt doch auch Melua Maßstäbe: Nach dem Erscheinen der CD „Piece By Piece“ brechen die Dämme, ist ihr Siegeszug nicht mehr zu stoppen. 2006 ist Katie Melua mit 22 Millionen verkauften CDs die erfolgreichste britische Künstlerin überhaupt.

Und noch einen Rekord stellt sie auf, wenn auch einen der etwas anderen Art: Sie spielt am 3. Oktober 2006 auf dem Boden der Bohrinsel „Sea Troll“ in der Nordsee 303 Meter unter dem Meeresspiegel – es ist das bis dahin tiefste Unterwasserkonzert, das jemals stattgefunden hat. 22 Tonnen Material mussten zuvor transferiert werden, 16 Hubschrauber und drei Schiffsladungen waren dafür nötig. Dafür gibt es dann auch einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Der Auftritt und die schwierigen Vorbereitungen dazu sind auf YouTube zu sehen.         gf

 

Original

Katie Melua: „Piece By Piece“ (2005, Dramatico, CD)

 

 

„All I’m askin’ is for a little respect“

aus: „Respect“ von Aretha Franklin

 

Die am 25. März 1942 in Memphis, Tennessee, geborene Pastorentochter Aretha Franklin fällt früh als Gospelsängerin auf: Schon mit zehn Jahren ist sie in der Detroiter Kirche ihres Vaters Clarence L. Franklin Vorsängerin, mit 13 besingt sie ihre ersten Spiritualplatten, mit 14 zieht sie als Solistin durchs Land. 1960 geht sie nach New York, will Popsängerin werden und wird von John Hammond, der treibenden Kraft hinter dem Bluesrevival der sechziger Jahre, für Columbia unter Vertrag genommen. Doch Hammond verkennt Franklins Qualitäten: Er will sie zu einer neuen Billie Holiday aufbauen, taucht ihre Stimme in süßliche Arrangements und lässt sie mit zweitklassigen Songs durch miese Schuppen tingeln.

1966 nimmt die auf schwarze Musik spezialisierte Konkurrenzfirma Atlantic Aretha Franklin unter ihre Fittiche. Das Album „I Never Loved A Man The Way I Loved You“, ihr Debüt bei dieser Firma, macht die bis dahin mäßig erfolgreiche Sängerin 1967 auf einen Schlag zur „First Lady Of Soul“. Ihr Südstaatensoul und das heiser-kehlige Timbre ihrer Stimme verbinden sich aufs Beste mit ihren improvisatorischen Fähigkeiten, die sie sich als Gospelsängerin erarbeitet hat. In ihren Songs – vor allem in „Respect“, der einige weibliche Forderungen bündelt – fordert sie Respekt und sexuelle Gleichberechtigung („All I want you to do, ooh, for me / Is give it to me when you get home“) und predigt gleichzeitig liebevolle Hingabe („Ooh, your kisses, ooh / Sweeter than honey, ooh“) – unerhört für eine Frau zu jener Zeit, erst recht für eine schwarze.

Der Song stammt allerdings von einem Mann: von Otis Redding, der damit 1965 selbst einen Riesenhit hatte. Dass Aretha Franklin den Song aufnahm, hat eine kleine Vorgeschichte: Anfang 1967 belauscht der Motown-Kollege Smokey Robinson (einer seiner Hits ist „Tears Of A Clown“) hinter der Bühne des Regal Theater in Chicago unfreiwillig ein Gespräch zwischen Aretha und ihrem Kumpel Otis Redding („(Sittin’ On) The Dock Of The Bay“). Otis nimmt Aretha auf den Arm, weil er gerade mit einem Song einen Hit feiert, den sie einige Jahre zuvor erfolglos für CBS aufgenommen hat: „Try A Little Tenderness“. Mit vor Wut blitzenden Augen gibt sie ihm zur Antwort: „Ist ja okay, du Gimpel! Aber ich werde mir jetzt einen deiner Songs vornehmen, und wenn ich mit ihm fertig bin, wirst du ihn nicht mehr wiedererkennen!“

Das Lied, das sie sich „vornimmt“, ist „Respect“. Produziert von Jerry Wexler, ist es Aretha selbst, die mit dem fordernd buchstabierten „R.E.S.P.E.C.T.“ eben diesen einfordert und mit ihren im Background singenden Schwestern Carolyn und Emmy der Aufnahme all die vielen, so zweideutig klingenden und den Song vorantreibenden „Sock it to me“-Seufzer hinzufügt.

Im April 1967 wird der Song veröffentlicht, im Juni steht er auf Platz eins der US-Charts, knackt die Top Ten der britischen Hitparade und verkauft sich weltweit millionenfach. Franklin gewinnt mit „Respect“ noch im gleichen Jahr zwei Grammys – für die beste weibliche R&B-Gesangsdarbietung und den besten R’n’B-Song. Die US-Schallplattenakademie wählt sie zur „Sängerin des Jahres“, die Illustrierte „Ebony“ kürt den Titel „Respect“ anschließend sogar zur „schwarzen Nationalhymne“.          gf

 

Original

Aretha Franklin: „I Never Loved A Man The Way I Loved You“ (1967, Atlantic, LP)

Weitere Version

Otis Redding: „Otis Blue: Otis Redding Sings Soul“ (1965, Stax, LP)

 

»Die Ideallektüre für Reisen, Wartezimmer, Nachmittage im Schwimmbad, am Strand, beim CD-Hören, für nostalgische Gespräche, rechthaberische Wetten, wenn der Aufzug stecken bleibt, als Nachschlagewerk beim Plattenkauf.«


Gerhard Roth

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