Reisen Sie in das Berlin der Kaiserzeit!

Bernd Ingmar Gutberlet

Ganz Berlin in 7 Tagen

Ein Zeitreiseführer in die Kaiserzeit


2013, 144 S. mit 47 Abb. u. 12 Karten, Klappenbroschur
Format 13,5 x 21,5 cm
ISBN 978-3-86312-023-8

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Dieser Stadtführer nimmt Sie mit auf eine Zeitreise in das Berlin um das Jahr 1910. Lernen Sie die wilhelminische Metropole und ihre Umgebung auf 12 Spaziergängen kennen: Das historische Stadtzentrum erklärt die Stadtentwicklung und illustriert gleichzeitig, welche schonungslosen Eingriffe die alte Stadt über sich ergehen lassen musste. Im späteren Bezirk Prenzlauer Berg bildet sich das rasante Wachstum ab, mit dem Berlin über seine alten Mauern hinausgreift. Die Spaziergänge führen ins herrschaftliche und politische Berlin, aber auch in Museen, Kirchen und Berlins berühmte Kaufhäuser. Das schon damals legendäre Nachtleben fehlt ebenso wenig wie die »Tempo-Hauptstadt« Berlin. Weitere Ausflüge führen in die »ewige Zweite« Charlottenburg, zu Villenkolonien im Grünen und zu Ausflugszielen an Havel und Wannsee.
Unterwegs erfährt man en passant Wissenswertes und Unterhaltsames zu Kultur- und Sozialgeschichte der Stadt.



Zum Autor:
Bernd Ingmar Gutberlet, geb. 1966, Historiker und Publizist, lebt in Berlin. Für dieses Buch hat er alle Orte, um die es geht, besucht. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u. a. »Die 50 populärsten Irrtümer der deutschen Geschichte« sowie »Die 33 wichtigsten Ereignisse der deutschen Geschichte« (2010).

TAG 2 – DAS HERRSCHAFTLICHE BERLIN

Fürstenspaziergang: Preußisches und kaiserliches Berlin zwischen Schloss und Brandenburger Tor

Nirgendwo anders als am Hohenzollernschloss in Berlins Mitte kann ein Fürstenspaziergang beginnen – aber wo genau? Bei rund 600 Metern Umfang gäbe es da viele Möglichkeiten. Beginnen wir einen Steinwurf entfernt auf der Kurfürstenbrücke über die Spree, gleich neben dem Schloss, wo auf einem Postament hoch zu Ross der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm als antiker Feldherr beeindruckt. Die viel gerühmte Statue von Andreas Schlüter stammt aus dem Jahr 1696. Der Große Kurfürst widmete sich dem Wiederaufbau des Landes nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg, und Sohn Friedrich I. schwang sich 1701 vom Kurfürsten zum preußischen König auf. Das aber verlangte nach einem standesgemäßen Schloss, weswegen das alte Renaissanceschloss aufwändig ausgebaut wurde. Die ältesten Reste sind von der Kurfürstenbrücke gut zu sehen, darunter der „grüne Hut“, ein Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung Cöllns. Von dieser Seite sieht das Schloss noch regelrecht verwunschen aus.
König Friedrich I. ist als prunksüchtiger Bankrotteur in die Geschichte eingegangen, dabei musste er als Emporkömmling die alteingesessenen Königskollegen anderer Länder notgedrungen beeindrucken, um ernstgenommen zu werden. Den Verruf verantwortet vor allem Friedrich der Große, der den Großvater pointiert als „im Kleinen groß und im Großen klein“ beschrieb. Dieser ungerechte zweite Friedrich, der seinerseits den weiteren Aufstieg Preußens betrieb, unterhielt zwar eine Wohnung im Schloss, nutzte sie aber möglichst wenig, weil er Berlin mied. Immerhin war ihm wichtig, vom runden Schreibkabinett den Blick hierher zur Brücke zu haben, zum geschätzteren Urgroßvater. Auch wenn fast alle Könige im Schloss eine Wohnung besaßen, wohnten viele vorzugsweise anderswo – wegen der vielen Ämter und Behörden glich das Gebäude einem lärmenden Taubenschlag.

Fünf Portale besitzt das Schloss – links der Brücke, gegenüber Portal I der Neue Marstall, 1901 fertiggestellt. Er bietet reichlich Platz nicht nur für Pferde, Kutschen und Equipagen, sondern auch für die Automobile, die der Kaiser seit einigen Jahren besitzt. Er hat sich lange gegen das neumodische Verkehrsmittel gewehrt und noch 1902 erklärt: „Solange ich warme Pferde habe, besteige ich einen derartigen Stinkkarren nicht.“ Im Jahr darauf besann er sich jedoch, drei Mercedes schaffte der Hof an.
Zwischen Portal I und II plätschert der riesige Neptunbrunnen, den die Stadt dem Kaiser 1891 zum Geschenk machte. Achteinhalb Meter breit das Becken, zehn Meter sind es in der Höhe bis zu Neptuns Dreizack. Die Berliner Spottlust ging am Brunnen nicht vorbei. Nach dem damaligen Oberbürgermeister Forckenbeck und dem Dreizack wird er auch Forckenbecken genannt. Und die vier Grazien auf dem Beckenrand, die für die vier größten deutschen Flüsse Rhein, Elbe, Oder und Weichsel stehen, sind laut kundiger Volksmeinung die einzigen vier Berlinerinnen, die den Rand halten können.
Wir gehen weiter über den Schlossplatz an Portal II vorbei zur Südostecke, hinter der es auf die Schlossfreiheit geht. Früher standen hier, am Ufer zum Spreekanal, eine Reihe Bürgerhäuser dem kolossalen Schlossportal III ehrfürchtig gegenüber. 1897 weihte der Kaiser hier das Nationaldenkmal ein, das seinem Großvater, dem Reichsgründer Wilhelm I. gewidmet ist. Warum die Berliner es respektlos „Zoo von Wilhelm Zwo“ nennen, erschließt sich sofort, ist doch der Kaiser auf seinem Pferd von insgesamt 157 Tieren umgeben. Andere nennen es „Wilhelm in der Löwengrube“. Nicht gekleckert, sondern geklotzt, wie der Berliner sagt, wurde auch beim dritten Schlossportal. Dem Severinsbogen in Rom nachgebildet, ist es das Hauptportal, über dem die markante Schlosskuppel thront, unter der sich die Kapelle befindet. Durch das Portal geht es in den Eosanderhof und von dort in den älteren Schlüterhof – der Zutritt ist allerdings nicht immer möglich. Seitdem Anarchisten es auf gekrönte Häupter abgesehen haben, werden auch in Berlin Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Übrigens weist die kaiserliche Standarte auf dem Dach auf die Anwesenheit des Monarchen hin.

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